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Stand: 13.11.2018

Pressemitteilung

Der diakonische Auftrag der Kirche in unserer Zeit

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Bayern bietet seit fast 60 Jahren Beratung und Hilfe für Frauen, Familien und Kinder und reagiert dadurch engagiert und zeitgemäß auf deren Nöte und Problemlagen. Durch seinen sozialen Dienst trägt er auch zum Auftrag der Kirche bei, die von vielen Menschen danach bewertet wird, was sie an konkreter Nächstenliebe in unserer Gesellschaft leistet.

Der Dienst der Nächstenliebe am Mitmenschen gehört neben der Verkündigung des Evangeliums und der Feier der Sakramente zur Grundfunktion der Kirche. Wenn er in einer Gemeinschaft des Dienstes erfüllt wird, so ist dies die Diakonie, die für den katholischen Bereich Caritas genannt wird. An dieser Caritas nimmt unser Verband teil und ist daher eine Lebens- und Wesensäußerung der katholischen Kirche. Diese Besonderheit findet keine Berücksichtigung, wenn man den Sozialdienst katholischer Frauen nur als einen Verband der Freien Wohlfahrtspflege betrachtet. Er ist dies zwar auch, aber deshalb keine bloße Sozialagentur, sondern erhält seinen Sonderstatus durch die Zuordnung zur katholischen Kirche. Dieses Profil zu verdeutlichen, ist der Anlass unserer Landestagung. In Konkurrenz mit anderen Anbietern im Sozialbereich muss aus vielerlei Gründen die Zuordnung zur Kirche verdeutlicht werden. Dies fordert nicht nur die Verfassungsgarantie des Grundgesetzes für die Religionsgesellschaften, sondern auch der Vertrag über eine Verfassung für Europa sieht in seinem Artikel 52 vor, dass die Union den Status achtet, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften in den Mitgliedsstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen, und bestimmt, dass die Union diesen Status nicht beeinträchtigt. Dann aber muss klar werden, worin das Proprium des Sozialdienstes katholischer Frauen liegt.

Die durch McKinsey durchgeführte Umfrage ergab, dass die Caritas und ihre Fachverbände nicht unbedingt mit der katholischen Kirche in Zusammenhang gebracht werden. Um so wichtiger ist eine deutlichere Profilierung des SkF als Verband in der Kirche. Wie sie gelingen kann, soll uns auf unserer Landestagung beschäftigen. Dies geschieht auf der Grundlage der Caritasstudie (Dr. Becker, DCV), aus theologischer Sicht (Prälat Dr. Doering, Katholisches Büro Bayern), aus juristischer Sicht (Prof. Dr. Isensee, Universität Bonn) und aus der Erfahrung im Dienst an den uns anvertrauten Menschen (Annelie Windheuser, Anna-Katharinenstift-Karthaus).

Augsburg, 3. Mai 2005

Margarete Richardi
Vorsitzende