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Stand: 13.11.2018

Pressemitteilung

Eltern-Sein mit Handicap

Rechtsanspruch zu Elternassistenz für behinderte Mütter notwendig

„Eine behinderte Mutter muss mit vielen Problemen kämpfen, die für nicht betroffene Frauen keine Rolle spielen“, erklärte Elisabeth Fink, Schwangerenberaterin an der Beratungsstelle in Regensburg, Rollstuhlfahrerin und Mutter von drei Kindern.

Beim Fachtag „Kinderwunsch, Schwangerschaft und Eltern-Sein mit Handicap“ des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Landesverband Bayern wurde das Thema Behinderung und Elternschaft aus vielfältigen Perspektiven betrachtet.
Das Fazit ist eindeutig: Weil Behinderung und Elternschaft eine schwierige Kombination ist, brauchen betroffene Eltern dringend eine Elternassistenz, die der betroffenen Mutter bei den Dingen des Alltags zur Hand geht.

Einen Rechtsanspruch auf Elternassistenz gibt es jedoch nicht. Ihn forderte Esther Hoffmann vom Netzwerk von und für Frauen mit Behinderung. Bislang ist in der Alltagsrealität fast immer der Partner als Assistenz eingebunden, was jedoch die Gefahr von Abhängigkeiten birgt, die für die Paarbeziehung sehr schwierig sind.

Hilfe aus einer Hand ist notwenig und die Gewährung einer Leistung darf nicht die Kürzung anderer Leistungen zur Folge haben. Bisher gewährte Leistungen müssen sich behinderte Frauen hart erkämpfen. Nach der Geburt eines Kindes beginnt für die Familie ein langwieriger Gang durch verschiedene Ämter.
In ganz Bayern gibt es nur zwei Spezialambulanzen, erläuterte Prof. Dr. Gerlinde Debus, Leiterin der Ambulanz an der Frauenklinik in Dachau, zur medizinischen Versorgung von Frauen mit Behinderung. Das bedeutet lange Wege für die Frauen und damit zusätzliche Belastungen.

Solche Nöte von behinderten Frauen kennt Irmgard Badura, Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, nur allzu gut. In ihren Ausführungen gewährte sie Einblick in ihre Erfahrung mit politischen Prozessen zu den Themen der Behinderten. Sie wies auch auf die UN Behindertenkonvention hin, von der jedoch derzeit vorrangig das Bildungsthema (inklusive Bildung) behandelt wird. Hier gilt es den Blick zu weiten und alle Bereiche des Lebens zu betrachten und einzubeziehen.

Auch der Blick hinsichtlich der Art der Behinderung muss geöffnet werden, denn Angebote, seien es in der Beratung oder in der Unterstützung, für Frauen und Mütter mit geistiger Behinderung fehlen bislang noch fast völlig.

München, 8. März 2012

Elisabeth Maskos                           Silvia Wallner-Moosreiner
SkF Landesvorsitzende                    SkF Referentin für Schwangeren- und Familienhilfe