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Stand: 13.11.2018

Pressemitteilung

Geschlagen, gedemütigt und missbraucht - immer noch ein Tabuthema?

Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes auch nach zehn Jahren in Bayern noch nicht ausreichend

Täglich trifft es auch Frauen in Deutschland: sie werden geschlagen, getreten, missbraucht oder gedemütigt. Weitestgehend finden solche Formen der physischen oder psychischen Gewalt im häuslichen Umfeld statt. Sie bleiben oft im Verborgenen, weil die Scham der Opfer zu groß ist und viele derartige Probleme in der Gesellschaft immer noch bagatellisiert werden.

„Jedes Jahr zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen thematisieren wir die Defizite im Hilfesystem in Bayern. Leider konnten wir bis heute noch keine Finanzierung von Interventionsstellen durch das Land erreichen. Dies geht zu Lasten der betroffenen Frauen und deren Kinder!“ sagte heute Elisabeth Maskos , SkF Landesvorsitzende in einem Interview.

Der SkF bietet in Beratungsstellen, Interventionsstellen und Frauenhäusern Schutz und Unter­stützung für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder.
„Dank des hohen Engagements von freien Trägern ist das Hilfesystem mittlerweile relativ gut ausgebaut“, erläutert Elisabeth Maskos .

In Bayern finden jährlich rund 1000 Frauen und Kinder Schutz und Hilfe in einem Frauenhaus des SkF oder der Caritas. Doch nicht für jede Frau sei der Schutz vor Gewalt in einem Frauenhaus gewährleistet, kritisiert der Sozialverband. In vielen Kommunen und Landkreisen ist die Aufnahme einer Frau aus einer anderen Kommune nicht ohne langwierige Absprachen möglich. Und das, obwohl es seit langem eine gesetzliche Regelung zur Kostenübernahme gibt. Diese Unsicherheiten und Belastungen sind nicht länger hinnehmbar.

Das vor zehn Jahren in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz ist ein Meilenstein im Opferschutz gewesen und verpflichte den Staat, jeden Menschen vor Gewalt zu schützen.
„Die betroffenen Frauen, ihre Kinder und Familien verdienen unseren uneingeschränkten Einsatz für ein gewaltfreies Leben, nicht nur am Internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“, so die bayerische Landesvorsitzende.

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Sozialdienstkatholischer Frauen Landesverband Bayern an der Fahnenaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen Frauen und hießt am Bavariaring 48 die Fahne, die darauf aufmerksam machen soll. München, 23. November 2012

Elisabeth Maskos
Vorsitzende

In Bayern vertritt der Sozialdienst katholischer Frauen 13 Frauenhäuser in katholischer Trägerschaft des SkF und der Caritas. Jedes Jahr finden ca. 1000 Frauen und Kinder Aufnahme in einem Frauenhaus. An folgenden Orten gibt es ein Frauenhaus in katholischer Trägerschaft:
Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Erding, Ingolstadt, Kaufbeuren, Landshut, Murnau, Passau, Regensburg, Rosenheim, Straubing, Würzburg.