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Stand: 13.11.2018

Pressemitteilung

"Gewalt ist nie privat" - raus aus einem Tabu

10 Jahre Gewaltschutzgesetz -
ein Meilenstein für den Schutz von Gewalt betroffener Frauen und Kinder

Zum 101. Weltfrauentag

München. Das Gewaltschutzgesetz, vom Bundesgesetzgeber zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt vor zehn Jahren verabschiedet, hat sich bewährt. Es gibt gewaltbetroffenen Frauen ihre Selbstbestimmung und Selbstachtung zurück, macht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Landesverband Bayern deutlich.

Das Gesetz ermutigt Frauen, gegen Täter aus ihrem häuslichen Umfeld vorzugehen. Frauen, die bislang nicht in der Lage waren, sich Hilfe zu suchen oder sich zu wehren, werden jetzt durch eine bessere Vernetzung der Frauenhäuser, Beratungs- und Interventionsstellen mit der Polizei und mit Ärzten erreicht. Auch für die Frauen, für die der Weg in ein Frauenhaus nicht möglich ist, öffnet das Gewaltschutzgesetz eine Handhabe gegen ihre Peiniger. Die Wegweisung des Täters aus der Wohnung sowie Kontakt-, Annäherungs- und Belästigungsverbote schließen eine Lücke im Hilfesystem. Das Gewaltschutzgesetz ist das Ergebnis eines gesellschaftlichen Bewusstseins­wandels: Häusliche Gewalt ist kein Bagatelldelikt mehr.

Dennoch gibt es Nachbesserungsbedarf zu diesem Gesetz. Die Finanzierung des Hilfesystems ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt und nicht nachhaltig für alle gleich gesichert. So müssen beispielsweise Studentinnen, Auszubildende und Frauen mit eigenem Einkommen ihren Aufenthalt im Frauenhaus selbst bezahlen. Damit können sich nicht alle Frauen den Opferschutz leisten.

Auch das Umgangsrecht der Täter mit ihren Kindern hebelt den Schutz der Opfer oftmals aus. Denn es erlaubt gewalttätigen Vätern, denen der Kontakt zur Mutter verboten wurde, den Umgang mit ihren Kindern. Der Gesetzgeber muss hier dringend eine Lösung finden, bei der sowohl der Schutz der Frau, das Wohl des Kindes als auch die Rechte des Vaters gewahrt werden.

München, den 7. März 2012

Elisabeth Maskos                                                         Monika Meier-Pojda
Landesvorsitzende                                                        Geschäftsführerin

Kontakt:
SkF Landesverband e.V.
Monika Meier-Pojda
Tel. 089/ 538860-0
landesverband@skfbayern.de

 

Seit 1976 bietet das erste Frauenhaus in Deutschland Schutz vor Gewalt.

In Bayern gibt es 38 Frauenhäuser, davon 13 Frauen- und Kinderschutzhäuser sowie Beratungs- und Interventionsstellen in katholischer Trägerschaft. Jährlich flüchten etwa 500 Frauen und 500 Kinder in die Frauenhäuser. In 95 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Jede vierte Frau wird in ihrer Ehe oder Beziehung Opfer von Gewalt – unabhängig von Einkommen, Bildung oder Alter.