Beobachtung von
Eleonore Wolf, Leiterin der Katholischen Schwangerenberatung des SkF in Neu-Ulm
Die
Katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen in Bayern in
Trägerschaft des SkF und der Caritas erhöhten aufgrund positiver Erfahrungen 2009
ihre Gruppenangebote um fast 40 Prozent auf 68. 1200 Teilnehmer/innen nutzten eine
thematische Gruppenarbeit, z. B. in Workshops für Schwangere, in SAFE-Gruppen
bis hin zu Kursen über Familienplanung u. v. m.
Silvia
Wallner-Moosreiner, Referentin an der SkF Landesstelle, sprach mit Eleonore
Wolf, Leiterin der Beratungsstelle des SkF Augsburg in Neu-Ulm, über die dortige
Gruppenarbeit.
WM: Neben der persönlichen allgemeinen Beratung bieten Sie an der
Schwangerenberatungsstelle auch Gruppen an. Warum?
E.
Wolf: „In unserer Beratung zeigte sich deutlich, dass ein Mehr an Unterstützung
beim Übergang zur Elternschaft wichtig ist. Daher bieten wir seit vielen Jahren
für werdende und „frische“ Eltern dreimal jährlich Gruppen dazu an. Seit
einigen Jahren erhalten wir dafür eine Projektförderung der Diözese Augsburg.
Ohne dieses Geld wäre die sehr wichtige, aber zeitaufwändige Arbeit zusätzlich
zur Beratungsarbeit nicht möglich.“
WM: Was bietet ihr Kurs inhaltlich?
E. Wolf:
„Unser Kurs dauert zwei Tage und heißt „Auf den Anfang kommt es an“ bzw.
„Elternstart“. Er wurde von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der
Universität Ulm entwickelt. Grundlage bilden Erkenntnisse der modernen
Entwicklungspsychologie und Säuglingsforschung. Eltern werden durch
Informationen, Gespräche und Videos in Wissen und Fähigkeiten geschult, die sie
kompetenter und sicherer machen für ihren veränderten Alltag: Wissen über die
Bedürfnisse des Babys und darüber, wie diese die Welt sehen und Eindrücke
verarbeiten, Wissen über die Bedeutung der Signale von Babys, Anregungen, wie
man Alltag und Umgang miteinander organisiert und Belastungen bewältigt.
WM: Können alle Beraterinnen solche Gruppen leiten?
E. Wolf:
An unserer Beratungsstelle wird der Kurs von mir und einer weiteren Beraterin,
jeweils in Zusammenarbeit mit unserer Honorarpsychologin, angeboten. Wir
Beraterinnen haben beide eine Zusatzausbildung zur Entwicklungspsychologischen
Beraterin. Der Kurs wird übrigens von allen vier Katholischen Beratungsstellen
für Schwangerschaftsfragen in der Diözese Augsburg regelmäßig durchgeführt.
WM: Welche Zielgruppen erreichen Sie damit?
E. Wolf: „Mit unseren Kursen erreichen wir über unterschiedliche Wege sehr unterschiedliche
Eltern. Anmeldungen kommen aufgrund der Werbung in der Presse, über
Frauenärzte, Hebammen u. a. Besonders freut es uns, wenn Eltern oder
Alleinerziehende aus unserer Beratung oder über das Jugendamt in unsere Kurse
kommen, Eltern, die solche Veranstaltungen eher nicht besuchen würden. Die
Schwangerenberatung bietet hier eine niedrigschwellige Zugangsmöglichkeit. Im
Zeitraum um die Geburt sind Eltern gegenüber Hilfsangeboten sehr offen.“
WM: Im Rahmen der Kurse kann auf tiefergehende Fragestellungen nicht
eingegangen werden. Welche Optionen können Sie bei einem solchen Bedarf
anbieten?
E. Wolf: „Für Eltern oder Alleinerziehende, die eine intensivere und
längerfristige Unterstützung benötigen, besteht die Möglichkeit einer
persönlichen Beratung, insbesondere unserer Entwicklungspsychologischen
Beratung. Diese individuelle Beratung hat zum Ziel, eine entwicklungsförderliche
Eltern-Kind-Beziehung zu unterstützen, die als wirksamer Schutzfaktor gegenüber
Belastungen und Risikofaktoren bei der Entwicklung des Kindes gilt.“
WM: Herzlichen Dank für das Gespräch
.
Insgesamt erreichten 2009
die Katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen des SkF und der
Caritas in Bayern 27000 Menschen. Etwa 16000 davon nahmen die Angebote der
persönlichen Beratung in Anspruch. Zusätzlich zu den erwähnten Gruppenangeboten
bieten die Beratungsstellen auch Präventionsangebote an Schulen aller
Ausrichtungen, in Jugendverbänden und –gruppen u. Ä. an. Mit der gleichbleibend
hohen Zahl an Präventionsangeboten (490) wurden 2009 fast 10000 Jugendliche angesprochen.
München, 17. September
2010
Elisabeth
Maskos
Silvia
Wallner-Moosreiner
Landesvorsitzende
Fachreferentin
Die
Katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen verfügen seit mehr als
dreißig Jahren über große Erfahrung in der Beratung von Frauen und Paaren rund
um die Schwangerschaft. 2009 profitierten etwa 16000 Frauen und Männer von
dieser Erfahrung.
Informationen zur
katholischen Schwangerenberatung des SkF und der Caritas in Bayern erhalten Sie
unter
www.skfbayern.de
. Fragen
beantwortet Ihnen gerne Silvia Wallner-Moosreiner, zuständige Referentin des
SkF Landesstelle Bayern e.V. (Tel: 089/5388600 oder