Symposium
„Wir brauchen eine gemeinsame Sprache“
war das Resümee von Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik und
Poliklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
der LMU München.
Unter der Fragestellung „Welche Hilfe brauchen Kinder und Jugendliche mit
psychischen Störungen?“ waren Expertinnen und Experten aus den Bereichen
Gesundheitshilfe, Jugendhilfe und Schule zu einem interdisziplinären Diskurs
eingeladen, um gemeinsam an der Lösung dieses gesellschaftlichen Problems zu
arbeiten.
Der interdisziplinäre Diskurs tut
dringend Not, denn mehr als 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in
Deutschland zeigen eine psychische Auffälligkeit, 5-7 Prozent von ihnen weisen
eine behandlungsbedürftige psychische Störung auf. Nicht erst die dramatischen
Ereignisse von Winnenden haben die ungenügende Kooperation der Hilfesysteme für
Kinder und Jugendliche, die an ihren Entwicklungsaufgaben scheitern, in die
Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt.
Zwischen der Kinder- und Jugendhilfe
und der Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es bereits eine Annäherung: Beide
Bereiche beziehen sich bei der Diagnostik auf das gleiche Klassifikationsschema.
„In der Schule ist dieses noch weitgehend unbekannt“ so der Leiter der
staatlichen Schulberatungsstelle Oberbayern West, Heinz Schlegel.
Da die Schule aber ein zentraler
Lebensort von Kindern und Jugendlichen ist, muss auch diese den Blick für
psychische Auffälligkeiten schärfen und entsprechend handeln.
„Eine Psychiatrisierung der Kinder- und
Jugendhilfe“ hingegen überfordere diese, auch finanziell, hielt Frau Dr.
Kurz-Adam entgegen.
Als weitere Voraussetzung für ein
abgestimmtes Handeln wurden das Vertrauen in die anderen Professionen und das
Wissen über den jeweils anderen Handlungsrahmen genannt.
Frau Dr. Kurz-Adam bekannte:
„Kooperation ist immer stärker gefordert, damit das System nicht überreizt
wird“.
Die große Resonanz auf die
Veranstaltung mit mehr als 160 Teilnehmer(inn)en beweist, dass der SkF mit
seinem Symposium einen wichtigen Impuls in die richtige Richtung gesetzt hat.
München, 31. März 2009
Elisabeth Maskos
Landesvorsitzende